Glückliche Erbsen

COVID-19: Was ich mir wünsche…

21.08.2020
COVID-19

Ich war anfangs auch dafür, dass wir zuhause bleiben und alles nur Erdenkliche tun oder vielmehr sein lassen, um COVID-19 den Kampf anzusagen. Und ich glaub nach wie vor, dass unsere Politiker zu Beginn dieser Krise gut gehandelt haben. Mittlerweile bin ich mir da allerdings nicht mehr so sicher. Was die Politik seither (mit uns) aufführt und, ja, was wir mit uns aufführen lassen, ist nicht OK – noch dazu immer unter dem „Vorwand“, dass alles getan werde, um die Gesundheit zu schützen. Das mag sogar stimmen – zum Teil. Nur weiß ich nicht, wie groß dieser Teil ist. Und das gilt wohl für Österreich genauso wie für andere Länder. Da man aber nicht wirklich erfährt, wie es anderswo zugeht, kann ich nur für unser Land sprechen.

Von wegen Liberté. Ich kann und will es nicht glauben, dass (wir) alle gehorsam sein müssen – und es sogar sind. Wir rennen mit Masken herum, die einen Sch… bringen. Wir sagen Veranstaltungen ab, lassen uns den Urlaub verbieten und uns die Freiheit nehmen. Wir akzeptieren, dass Betriebe Konkurs gehen und die Arbeitslosigkeit steigt. Wir leben mit Einschränkungen und Vorschriften. Und wir machen mit, weil es ja für das Gemeinwohl ist. 

Im Elsass, wo wir gerade herrliche Urlaubstage verbringen durften, ist es in der Hinsicht noch krasser: Jedes Geschäft hat Maskenpflicht. Im Hotel, in dem wir die letzten drei Tage verbracht haben, mussten wir die Dinger bei jedem Schritt außerhalb des Zimmers vors Gesicht schnallen. Selbst auf den Straßen hat man viele Menschen mit Masken gesehen. Für mich unverständlich. Ich halte das Ding vor der Nase einfach nicht aus, bekomme schlecht Luft, bei der Hitze wird mir trümslig und ich versteh nichts. Vielleicht gewöhnt man sich dran. Aber will ich das überhaupt? Schließlich geht es mir nicht nur gegen den Strich, sondern es ist für mich auch ein Symbol der Freiheitsberaubung.

Klar: Das Elsass war eine jener Regionen, die im Frühjahr sehr heftig von COVID-19 heimgesucht wurden. Vielleicht würde ich anders denken, wenn es bei uns ähnlich viele Fälle gegeben hätte, vielleicht sogar in meinem direkten Umfeld. Doch das war und ist nicht der Fall. 

COVID-19 Mask

Recht auf Freiheit. Ich möchte COVID-19 nicht klein reden. Und es geht mir auch nicht nur um die Maske. Doch ich glaube, dass es ein Virus ist, mit dem wir leben müssen – wie wir das mit anderen Viren ebenfalls tun. Ob er tatsächlich eine derart große Gefährdung für die Gesundheit unserer Bevölkerung darstellt, wie manche Experten sagen, oder ob er doch mit einer Grippe vergleichbar ist, wie andere Experten meinen, kann ich nicht beurteilen. Wie soll ich auch, wenn sich nicht mal die Experten einig sind. Dass in anderen Ländern mehr passiert ist, hängt wohl auch mit den dort zu Tode gesparten Gesundheitssystemen zusammen und/oder dass die Menschen in jenen Ländern und Regionen Vorerkrankungen hatten, einen ungesunden Lebensstil pflegten oder aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehörten. Ich frag mich halt: Werden wir ab sofort vor jedem Virus in die Knie gehen? Werden wir uns künftig noch mehr von der Politik bzw. den großen (Pharma-)Mächten das Leben diktieren lassen – noch mehr als sie es ohnehin schon tun?

Mir ist schon klar, dass es Länder gibt, in denen Grund- und Menschenrechte ohnehin mit Füßen getreten werden und die es womöglich als lächerlich empfinden, wenn man sich über Dinge wie Maskenpflicht, Reisewarnungen, Veranstaltungsabsagen und Co. aufregt. Doch alles ist subjektiv. Grundrechte sind ein zentraler Teil der österreichischen Verfassung. Oder muss ich schreiben „waren“? Ist es vielleicht sogar so, dass die Grundrechte (viele davon sind übrigens Menschenrechte), die uns eigentlich vor den Staatsgewalten schützen sollten, von eben diesen nun auch hierzulande missachtet werden? Ich hoffe von ganzem Herzen, dass das nicht der Fall ist! Und ich verwehre mich dagegen, dass das Ziel dieser Pandemie eine weltumfassende Diktatur ist – von wem auch immer. Ja, das ist Jammern auf hohem Freiheitsniveau. Und das soll auch so sein. Denn ich kann und möchte mir meine Freiheit nicht nehmen lassen. Eine Freiheit, für die meine Großeltern gekämpft haben.

Was ich mir wünsche. Das alles soll, wie gesagt, nicht heißen, dass wir COVID-19 auf die leichte Schulter nehmen sollen. Allein: Ich will einfach nicht (mehr) alles hinnehmen, was uns gesagt wird. Ich will, dass diese Panikmache vor der zweiten Welle und dem nächsten Lockdown ein Ende nimmt. Ich will, dass die Menschen wieder Hoffnung haben, die Unternehmen wieder investieren und wir wieder Zukunftspläne schmieden können. Ich will, dass darüber gesprochen wird, wie wir unser Immunsystem stärken können, statt auf eine Impfung zu warten – dann nämlich haben Erkrankungen in der Regel kein so leichtes Spiel. Ich will, dass wir Selbstverantwortung übernehmen. Man kann aufs Umarmen und Händeschütteln verzichten, sich die Hände waschen und desinfizieren. Und wenn man krank ist, muss man sich eben zurückziehen und schonen. Das tun wir bei einer „normalen“ Erkältung schließlich auch. 

Ja, ich wünsche mir, dass wir uns nicht alles gefallen lassen, unseren gesunden Hausverstand walten lassen und wieder mit Zuversicht an morgen denken. Denn am Ende des Tages geht es darum, was DU tust und wie DU denkst! Also bleib gesund und vor allem: Bleib Dir, Deinen Rechten und Deiner Freiheit treu!

COVID-19 No mask

10 Kommentare

  • Antworten Manuela 21.08.2020 at 19:46

    Wunderbar geschrieben. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Sehe ich ebenso 🙂

    • Antworten iane 22.08.2020 at 06:45

      Danke Dir, liebe Manuela. Und schön, dass Du doch ein bisschen was hinzugefügt hast 😉
      Ich glaube einfach, dass es wichtig ist, dass wir aufstehen und sagen, was wir denken! Also auch dafür Danke!
      Alles Gute!

    • Antworten Angelique 22.08.2020 at 09:33

      Genialer Beitrag. Und ich frage mich wieso so viele die unverhältnismäßign Einschränkungen einfach so hinnehme. Bleib gesund. Alles liebe angelique

      • Antworten iane 22.08.2020 at 10:44

        Danke, liebe Angelique. Auch für Dich alles Gute und Liebe, Iane

    • Antworten Franziska 22.08.2020 at 14:06

      Da bin ich vollkommen Deiner Meinung!Sehr gut geschrieben und sehr wichtig bei all den Meinungsmachern da draußen, die nur Überschriften lesen und schon meinen sie wüssten alles.

      • Antworten iane 22.08.2020 at 14:55

        Auch Dir danke, liebe Franziska!
        Ich dachte mir eigentlich, dass man seine Meinung äußern darf, ohne gleich mit einem Shitstorm konfrontiert zu werden. Ich wurde eines besseren belehrt. Ein Grund, warum ich die Überschrift geändert habe. Der Inhalt polarisiert schon genug 😉
        Mal schauen, wie das weitergeht – nicht nur die Diskussion zu diesem Beitrag, sondern vor allem die “große Diskussion”. Ich hoffe, dass wir irgendwann einfach wieder nur “reden” können und dass dabei die Meinungen des anderen gehört werden und akzeptiert werden. Einer Meinung müssen wir ja gar nicht sein!
        Alles Liebe und Gute für Dich!

  • Antworten Werner Mecke 21.08.2020 at 21:00

    Recht hast du. Ist auch meine Meinung.

    • Antworten iane 22.08.2020 at 06:46

      Danke für Deinen Input, Werner! Alles Gute für Dich

  • Antworten Horst Gassner 22.08.2020 at 07:57

    Servus Iane!

    Die einen nennen es Panikmache, die anderen Vorsicht. Erinnerst du dich an Italien? Oder Spanien? Willst du solche Situationen bei uns heraufbeschwören? Und nein, das ist keine Panikmache! Das sind Fakten.

    Dass man alles tut, um das bei uns zu verhindern, ist doch einfach nur logisch. Klar könnte man jetzt im Nachhinein so “klug sein”, und sagen, dass manche Maßnahmen überzogen sind. Stellenweise waren sie das vielleicht. Aber nicht, weil man uns etwas böses wollte, sondern weil man Angst von italienischen Verhältnissen hatte.

    Und nur, weil du eine Maske tragen musst, werden deine Grundrechte auch nicht mit den Füßen getreten! Das nenne ich widerum Panikmache und völlig überzogen. Eine Gesellschaft braucht Regeln. In so einer Pandemie schon erst recht.

    Denn selbst in Schweden, wo die Mentalität der Menschen sehr viel mehr auf Rücksichtnahme und gegenseitige Hilfe ausgelegt ist, hat man das Virus nur schwer im Griff und ca. 6x mehr Todesfälle als bei uns. Nur weil du persönlich noch niemanden kennst, der daran gestorben ist, heißt das noch lange nicht, dass das Virus so harmlos wie eine Grippe ist.

    Vergleichbar mit einer Grippe? Möglicherweise! COVID-19 hat aber nach aktuellen Statistiken eine zumindest doppelt so hohe Ansteckungsrate, was es auch so gefährlich macht (Überlastung Gesundheitssystem).

    “Wie soll ich auch, wenn sich nicht mal die Experten einig sind.”. Das ist Wissenschaft. Experten sind auch nur Menschen und damit nicht allwissend. Und da sie nicht allwissend sind, wird bei Studien schon auch einmal etwas übersehen oder ein Ergebnis anders interpretiert. Das ist für mich nicht beängstigend, sondern sehr wichtig. Denn nur so ist gewährleistet, dass jeder so gut als möglich seine Erkenntnisse prüft und mit Fakten hinterlegt.

    Ich finde es eher beängstigend, dass immer mehr Menschen ganz offensichtlich die Geduld ausgeht und uns ein wirklich schlimmer Winter bevorsteht. Aber vlt. tritt die Vernunft ja wieder ein, wenn Oma und Opa oder Mama und Papa dran sterben.

    Deine Freiheit hört dort auf, wo du andere einschränkst oder gefährdest!

    Have fun
    Horst

    • Antworten iane 22.08.2020 at 11:02

      Danke für Deine Gedanken, Horst.
      Und nein, ich habe Italien, Spanien, die USA und viele Länder mehr nicht vergessen. Doch dort waren und sind die Umstände auch anders als bei uns: Die Gesundheitssystem wurden zu Tode gespart, die meisten der betroffenen Menschen zählten zur Risikogruppen usw. Und ich wollte und möchte diese Krankheit nicht klein reden – das schreib ich ja auch. Genauso schreibe ich auch, dass ich die Maßnahmen zu Beginn der Krise nach wie vor mittrage. Und ich bin auch jetzt dafür, dass wir Abstand halten. Ich trage auch die Maske – von mir aus könnten wir die auch öfter tragen. Dennoch frag ich mich, ob diese selbstgemachten Masken oder jene, die schon seit Tagen immer wieder getragen und nie gewaschen werden, tatsächlich etwas bringen…
      Und ja, ich geb zu: Ich bin kein geduldiger Mensch. Aber die Sache ist halt auch die: Als Unternehmensberaterin weiß ich, dass es viele Unternehmen – ob Ein-Personen-Unternehmen, KMU oder auch große Konzerne – gibt, die von der Geduld nicht leben können. Und auch Menschen, die aufgrund der Krise ihren Job verloren haben und keinen neuen mehr finden, können wohl nicht (mehr) geduldig sein. Das heißt nicht, dass ich die Wirtschaft über die Menschenleben stellen möchte. Trotzdem darf man den wirtschaftlichen Schaden auch nicht aus den Augen verlieren.

      Ob es mit “(fehlender) Vernunft” zu tun hat, was ich hier geschrieben habe? Ich denke nicht. Es waren und sind meine Gedanken zu diesem Thema. Und ich finde es gut, wenn darüber diskutiert wird – denn es ist (wie Du selbst geschrieben hast) wahrlich kein einfaches Thema. Und dabei steht jedem seine Meinung zu.
      Und ja, ich stecke meine Freiheit definitiv zurück, wenn ich andere dadurch schützen kann – deshalb nehme ich Abstand, vermeide große Menschenmengen, wasche mir die Hände usw.
      Alles Gute für Dich! Iane

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